Archiv für Juni 2009
Zahnzusatzversicherung mit 100% Erstattung
Hochwertige Zahnzusatzversicherungen, wie die CSS Zahn flexi oder die Arag Z100 Zahnzusatzversicherung erstattet im Bereich des Zahnersatzes immerhin 80%. Die CSS Zahnzusatzversicherung sogar 90%, sofern ein vollständiges GKV-Bonusheft für die letzten 10 Jahre nachgewiesen werden kann. Selbst bei kostenintensiven Zahnersatzmaßnahmen, die 10000 Euro und mehr kosten könnten blieben so nur Eigenanteile, die durchaus bezahlbar sind.
Im Bereich der Zahnbehandlung erstatten diese Zahnzusatzversicherungen sogar 100% der Kosten. Warum werden jedoch für die Zahnbehandlung 100% der Kosten erstattet nicht aber für den Bereich des Zahnersatzes? Nun, die maximalen Kosten, die für eine Zahnbehandlung entstehen können liegen bei mehreren hundert – wenigen tausend Euro. Eine Zahnersatzmaßnahme, beispielsweise eine Kompletttsanierung hingegen kann mehrere zehntausend Euro kosten. Das Risiko wäre kaum zu kalkulieren, wenn eine Erstattung von 100%, selbst für derart hohe Kosten möglich wäre. Die, wenn auch relativ geringe Selbstbeteiligung von 10-20% des Rechnungsbetrages sorgt dafür, dass Versicherungsnehmer ein Kostenbewustsein behalten.Andernfall wäre die Inanspruchnahme teuren Zahnersatzes noch viel wahrscheinlicher und somit der Monatsbeitrag zur Zahnversicherung ein Vielfaches teurer.
Für den Bereich der Zahnbehandlung und auch der Regelversorgung hingegen erstattet Tarife wie die Arag Z100 Zahnversicherung oder die CSS Zahnzusatzversicherung 100% der Kosten inklusive der GKV-Vorleistung. Für diesen Bereich sind die Kosten klar kalkulierbar, denn der Gesetzgeber schreibt fest, was Regelversorgung ist und was nicht.
Sehr zu empfehlen ist in diesem Zusammenhang auch die Zahnzusatzversicherung Barmenia ZG + Prophy, welche mindestens 85% des Rechnungsbetrages erstattet.
Was ist von Tarifen zu halten, die vorgeben 100% der Kosten zu erstatten?
Hier sollte man ganz genau hinsehen und nachforschen, worauf sich der Erstattungssatz der jeweiligen Zahnzusatzversicherung bezieht. Wie schon gesagt, ist es durchaus möglich mit einer Zahnzusatzversicherung einen 100%igen Erstattungssatz für den Bereich der Regelversorgung zu erhalten. Wird jedoch ein hochwertiger Zahnersatz verlangt, beispielsweise ein Implantat, so kann der Erstattungssatz in der Praxis bei Tarifen, die nur 100% der Regelversorgung erstatten, bei nicht einmal 50% bezogen auf den Rechnungsbetrag liegen.
Am besten sind insofern Tarife, die klarstellen, dass sich unabhängig einer möglichen Kassen-Vorleistung mindestens einen bestimmten Prozentsatz des Rechnungsbetrages für jede Art von Zahnersatz erstatten. Werden trotzdem bei der Regelversorgung insgesamt 100% der Kosten erstattet, so ist dies durchaus in Ordnung. Wichtig ist und bleibt aber der letztendliche Erstattungssatz bezogen auf den Rechnungsbetrag.
Es gibt auch Tarife, die generell 90% vom Rechnungsbetrag erstatten!
Das ist richtig, auch die CSS Zahnzusatzversicherung erstattet 90% bezogen auf den Rechnungsbetrag zumindest bei vollständigem Bonusheft. Diese Voraussetzung belohnt Versicherungsnehmer, die auf Ihre Zähne aufpassen.
Des Weiteren gibt es jedoch Tarife, wie den Central prodent, welcher für Zahnersatz generell 90% erstattet. Dies hört sich auf den ersten Blick enorm an. Auf den 2. Blick stellen Fachleute jedoch fest, dass dieser Tarif nicht bei augmentativen Behandlungen in Zusammenhang mit Zahnersatzmaßnahmen leistet. Derartige Kosten können bei einer implantologischen Zahnersatzmaßnahme sehr teuer werden. Im Endeffekt wird der Erstattungssatz in den wenigsten Fällen wirklich bei 90% bezogen auf den gesamten Rechnungsbetrag liegen.
Zudem haben Tarife mit einem derart hoch deklarieren Erstattungssatz oft die tarifliche Vorkehrung getroffen, dass in den ersten Jahren der Versicherungsdauer eine maximale Erstattungshöchstgrenze gilt. Eine solche Summenbegrenzung existiert beim Central prodent beispielsweise innerhalb der ersten 6 Jahre.
Eine weitere Möglichkeit, einen Tarif mit hohem Erstattungssatz zu konzipieren, gleichzeitig jedoch den erstattungsfähigen Rechnungsbetrag zu senken, ist das Verwenden eines Preis-Leistungsverzeichnisses. Der Erstattungssatz eines solchen Tarifes bezieht sich dann maximal auf die dort angegebenen Höchstpreise.
Wer Zahnzusatzversicherungen miteinander vergleicht sollte unbedingt ganz genau nachsehen worauf sich die angegebenen Erstattungssätze der Zahnzusatzversicherungbeziehen. Zudem existieren wie besprieben andere Steuereungsmechanismen, die Erstattungsleistungen zu senken. Dies ist nicht unbedingt schlecht. Bezogen auf die gesamte Versichertengemeinschaft lassen sich die Zahlbeiträge somit stabil halten.
Eine Versicherung sollte sowieso nur die Dinge versichern, die viele treffen können, aber nur wenige treffen. Solche Fälle können sehr teuer werden, hiervor sollte die versicherte Person geschützt sein. Dass bei einer Zahnersatzmaßnahme trotz Zahnzusatzversicherung noch Restkosten anfallen können, sollte nicht problematisch sein. Wichtig ist einzig und allein, dass die möglichen Restkosten noch bezahlbar sind und den Versicherungsnehmer nicht ruinieren.
Zahnversicherung und Kostenerstattungsprinzip
Durch Wechsel in das Kostenerstattungsprinzip wird ein Kassenversicherter zum Selbstzahler, quasi zum Privatpatient. Da er die Rechnung nach der Gebührenordnung für Ärzte bzw. Zahnärzte von seinem Arzt gestellt bekommt, diese jedoch höher als die Leistungen der Krankenkasse ausfallen, erhält ein Privatpatient in der Regel eine bessere Behandlung. Für den ambulanten Bereich macht der Wechsel in das Kostenerstattungsprinzip durchaus Sinn, zumindest bei Abschluss einer passenden ambulanten Zusatzversicherung. Für den Bereich der Zahnbehandlung hingegen, gibt es mittlerweile Zahnzusatzversicherungen nach dem Sachleistungsprinzip, die ähnlich stark sind wie eine private Vollversicherung im Zahnbereich. Zu diesen Tarifen zählen z.B. der Arag Z100 und die CSS Zahnzusatzversicherung. Im Gegensatz zur Zahnzusatzversicherungen nach dem Kostenerstattungsprinzip weist beispielsweise die Arag Z100 Zahnversicherung bei einem günstigeren Beitrag bessere Leistungen auf. So leistet die Arag Z100 Zahnversicherung auch für Knochenaufbau und Funktionsanalytik.
Insgesamt gesehen sind diese Zahntarife von der Leistung her mit den Leistungen einer Krankenvollversicherung im Zahnbereich zu vergleichen. Wer sich also für das Kostenerstattungsprinzip entscheidet, der sollte dies im besten Fall nur für den ambulanten Bereich tun und dafür eine entsprechende ambulante Zusatzversicherung abschließen. Für den Bereich der Zahnbehandlung und des Zahnersatzes tun es leistungsstarke Normaltarive wie die eben genannten ebenfalls. Zudem sind diese manchmal sogar leistungsstärker als spezielle Kostenerstattungstarife für Zahnbehandlung und Zahnersatz und dabei nicht einmal teurer.
CEREC – passgenauer Zahnersatz ohne Labor
Eine unangenehme Situation ist es für den Patienten, der einen Zahnersatz benötigt, wenn dieser mit einem Zahnprovisiorium ausgestattet wochenlang warten muss, bis sein richtiger Zahnersatz fertiggestellt ist. Denn in den meisten Fällen wird der Zahnersatz im zahntechnischen Labor angefertigt, ehe er beim Patienten eingesetzt wird. Sehr ärgerlich kann es dann sein, wenn der laborangefertigte Zahnersatz dann nichteinmal passt und in einem Nachbesserungsverfahren ein zweites Mal im Labor nachbearbeitet werden muss.
Das gibt es mit CEREC nicht. Beim Cerec wird mittels EDV und einer hochmodernen 3-D-Kamera der zu behandlende Zahn dreidimensional direkt im Mund des Patienten erfasst. Die dabei erfassten Daten werden mittels eines Computerprogrammes ausgewertet und am Bildschirm nachbearbeitet. Das alles funktioniert innerhalb weniger Stunden und wird vom Zahnarzt selbst erledigt.
Eine CEREC-Schneideeinheit fräst dann aus einem Keramikblock den passgenauen Zahnersatzm, der dann unmittelbar beim Patienten eingesetzt werden kann. Ein großer Vorteil sowohl für den Patienten als auch für den Zahnarzt, der ein Inlay somit bereits bei einem Termin einsetzen kann. Auch hochwertige Zahnkronen lassen sich mit Cerec ausmessen und zeitnah anfertigen, um sie dann am Patienten direkt einzusetzen,
Die Kosten einer solchen Cerec-Zahnersatzmaßnahme werden von einer guten Zusatzversicherung Zahnersatz übernommen.
Hanse Merkur-neue Zahnversicherung
Mit den beiden neuen Tarif Bausteinen EZP und EZT lässt sich aus der einfachen Zahnversicherung der Hanse Merkur eine Zahnzusatzversicherung der Extraklasse zusammensetzen. Diese “neue” Hanse Merkur Zahnversicherung soll bis zu 90% der Rechnung bei hochwertigem Zahnersatz erstatten und den Zahnversicherungen Arag Z100 und der CSS Zahnversicherung auch im Bereich der Zahnbehandlung Konkurrenz machen. Denn über dem Baustein EZP ist auch diese nun mitversichert. Geleistet wird neben der professionellen Zahnreinigung auch für eine Wurzelbehandlung und Leistungen wie der Fissurenversiegelung.
Auf den ersten Blick hört sich dies unschlagbar an, denn während die Arag Z100 maximal 80% der Kosten für Zahnersatz übernimmt erstattet die CSS Zahnversicherung nur dann ebenfalls 90%, wenn das GKV-Bonusheft 10 Jahre ununterbrochen gefüllt ist.
Auf den zweiten Blick mag der Schein bei der neuen Zahnzusatzversicherung der Hanse Merkur jedoch trügen:
Zum ersten gibt es wie schon bei den anderen hanse Merkur Zahnzusatzversicherungen eine Implantatbeschränkung auf 4 bzw 6 Implantate über die gesamte Laufzeit.
Zudem existiert ein eigenes Preisleistungs-Verzeichnis, das heisst, die Kosten für Material und Labor werden nicht nach den ortüblichen Sätzen abgerechnet, sondern maximal bis zur selbst auferlegten Grenze.
Jedoch beziehen sich die 90% natürlich immer nur auf den erstattungsfähigen Rechnungsbetrag, der aufgrund dieses Verzeichnisses unter dem tatsächlichen liegen kann.
Beim Bereich Zahnbehandlanung wird für die Zahnreinigung und Prophylaxe max. 50 Euro im Jahr ausgegeben, kein Problem, aber CSS und ARAG leisten unbegrenzt.
Parodontitisbehandlung ist nicht enthalten, nur die Wurzelbehandlung. Regelung allerdings besser als bei ARAG, eben genau wie CSS, es wird auch bei einer Vorleistung der GKV bezahlt nicht nur dann, wenn die GKV nicht bezahlt.
Problematisch hier: Der Versicherer behält sich vor die Leistungen dieses Tarifs zu verändern, wenn sich die Gegebenheiten ändern. Dies wird er sicher nicht zu Gunsten der Versicherten tun.
Ärgerlich ist, dass wenn keine Vorleistung der GKV stattfindet, der Tarif zwar leistet, aber erstmal 40% Rechnung abgezogen werden. Dann würden nur noch 90% von 60% der Rechnung (bei zu hohen Materialkosten auch weniger) ersetzt werden, was ja nur noch eine Erstattung von etwas über 50% ausmacht. Im Rahmen zukünftiger Gesundheitsreformen werden stetig weiter Leistungen gekürzt, insofern kann man in Zukunft sicher in so eine Fall kommen, dass keine GKV-Vorleistung stattfindet. Arag Z100 und CSS Zahnversicherung leisten immer 80%, wobei die CSS bei vollständigem Bonusheft auch 90% erstattet.
Zudem leistet der Hanse Merkur Tarif (bzw. Tarifkombination) nicht für eine Augmentative Behanldung (Knochenaufbau bei einer implantologischen Leistung), ein sehr wichtiger Punkt im Zusammenhang mit einer implantologischen Leistung.
Insgesamt gesehen ist die neue Tarifkombination als relativ leistungsstark anzusehen, aber auf keinen Fall besser als Tarife wie Arag Z100, CSS Zahnversicherung und Barmenia ZG mit Prophy.Außerdem ist die Hanse Merkur Zahnversicherung auch vom Beitrag her nicht einmal als günstig einzustufen.
Funktionsanalytische Maßnahmen und Zahnversicherung
Was viele nicht wissen ist, dass eine Zahnversicherung nicht immer für funktionsanalytische, funktionstherapeutische Maßnahmen erstattet.
Noch mehr Menschen wissen nicht einmal was funktionsanalytische, funktionstherapeutische Maßnahmen sind und warum diese überhaupt wichtig sein können.
Bei einer funktionsanalytischen Messung ermittelt der Zahnarzt wichtige Randdaten bezüglich des Gebisses des Patienten, die einen Aufschluß darüber geben, wie dieser sein Gebiss genau benutzt. Die Abstände des Kiefers und die Winkel in denen jemand seinen Kiefer benutzt sind individuell unterschiedlich. Und genauso individuell unterschiedlich treffen auch die Kauflächen des Ober- und Unterkiefers aufeinander.
Ist die Form eines natürlichen oder künstlichen Zahnes nicht optimal und treffen die Kaufflächen nicht im richtigen Winkel aufeinander kann dies schnell zu einer Mehrbelastung des Zahnes, des Gebisses, der Kaumuskulatur usw. führen.
Die Folgen wäre möglichweise, dass ein Zahnersatz relativ schnell überansprucht wäre und somit ein neuer kostenintensiver Zahnersatz erstellt werden müsste.
Hat der Zahntechniker bei der Anfertigung des Zahnersatzes jedoch diese individuellen Randdaten kann er bei der Anfertigung des Zahnersatzes diese Daten berücksichtigen und die Kauflächen im optimalen Winkel und Passform anfertigen.
Eine Kieferfehlstellung ist hierbei optisch auf den ersten Blick möglicherweise nicht einmal besonders sichtbar, trotzdem können hierdurch Folgeerkrankungen bis hin zu Migräne entstehen bzw. haben die Ursache in einer solchen Fehlstellunge. Durch eine funktionsanalytische Maßnahme kann diese entdeckt und dann anhand funktionstherapeutischer Behandlungen behoben werden.
Die Kosten, die durch eine funktionsanalytische, funktionstherapeutische Behandlung im Zusammenhang mit einer Zahnersatzmaßnahme entstehen können sind nicht unerheblich.
Einige Zahnversicherung berücksichtigen diese Mehrkosten im erstattungsfähigen Rechnungsbetrag leider nicht, so dass die Erstattung in einem solchen Fall deutlich niedriger ausfällt.
