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Archiv für die Kategorie „gesetzliche Krankenversicherung“

Union und FDP für mehr Eigenverantwortung im Gesundheitssystem

Die neue Bundesregierung wird die private Krankenversicherung stärken, da die künftigen Regierungsparteien Wahlfreiheit, Eigenverantwortung und Wettbewerb groß geschrieben werden. Auch Zusatzversicherungen im Gesundheitssystem werden dadurch gefördert, da beide Parteien die Bürger im finanziell entlasten wollen und damit auch einen größeren Stellenwert der individuellen Wahlmöglichkeiten einräumen.

Der Gesundheitsfonds wird insbesondere von der FDP abgelehnt, da dieser die “Weichen in Richtung Staatsmedizin und Einheitsversorgung gestellt hat”. Die Bürger sollen dagegen durch Abschaffung des Fonds zur Finanzierung der Krankenversicherung auch die Möglichkeit haben wieder von günstigeren Beitragssätzen zu profitieren, da diese nicht länger vom Staat fest gechrieben sind.

Besonders die Tatsache, dass bereits in der Vergangenheit die private Krankenversicherung durch vom Staat erschwerte Aufnahmebedingungen benachteiltigt wurde, soll in Zukunft beseitigt werden.

Auch wer beim  privaten Krankenvollversicherung Vergleich feststellt, dass die private Krankenvollversicherung nicht in Frage kommt, profitiert von der neuen Gesundheitspolitik, da die Einheitskasse für alle Bürger kein Thema für Union und FDP ist.

Das bedeutet aber nicht, dass sozial schwache jetzt benachteiligt werden im Vergleich zu vorher. Die schwarzgelbe Bundesregierung die Absicherung des Krankheitsfalls und einer medizinischen Grundversorgung gesichert ist, indem der Staat dafür gewisse Absicherungsrahmen bestimmt. Für Personen, die sich die notwendige Krankenversicherung nicht leisten können sollen staatliche Zuschüsse erhalten.

Vieles spricht dafür, dass Bundeskanzlerin Merkel zumindest mittelfristig ihren Widerstand gegen eine Abschaffung des Gesundheitsfonds aufgeben wird, da auch die Mehrheit der prominenten Unionspolitik für eine Abschaffung des Fonds eintritt und die FDP dies konsequent fordert.

Mit der Beseitigung des vom Staat fest gelegten einheitlichen Beitragssatzes, kann auch der in der gesetzlichen Krankversicherung versicherte Bürger wieder von geringeren Beitragssätzen profitieren. Insbesondere jüngere Versicherungsnehmer können dann bei bestimmten Krankenversicherungen Geld sparen, dass dann beispielsweise für eine Zahnzusatzversicherung ausgegeben werden kann.

Arbeitnehmer – Befreiung von der gesetzlichen Versicherungspflicht

Befreien kann sich von der gesetzlichen Versicherungspflicht, wer in drei aufeinander folgenden Jahren über der Jahresarbeitsentgeldgrenze (JAEG ; derzeit 48150Euro) brutto verdient und auch im folgenden Jahr vermutlich darüber verdienen wird.
Zum Jahresarbeitsentgeld zählen alles Zahlungen die regelmäßig jedes Jahr gezahlt werden. Überstunden, die beispielsweise regelmäßig anfallen, können dann berücksichtig werden, wenn ein Teil dieser z.B: pauschal abgegolten wird (Beispiel x Stunden 1000 Euro und dies regelmäßig)
Hinzu kommen aber regelmäßig anfallende Erfolgsbeteiligungen, 13. und 14. Monatsgehalt, Urlaubsgeld, Weihachtsgeld.
Nicht hinzugezählt werden z.B. Familienzuschläge.

Eventuelle Provisionen werden auch dann berücksichtigt, wenn Sie schwankend sind, es würde dann ein durchschnitt ermittelt werden.
Pauschalversteuerte Zuschüsse des Arbeitgebers, z.B: Fahrtkostenzuschuss zählen genauso wenig zum Jahresarbeitsentgeld wie eine mögliche Arbeitnehmersparzulage.

Beiträge zu Direktversicherungen sind ebenfalls abzuziehen und senken das Bruttoeinkommen, hier ist also in Einzelfällen Vorsicht geboten, wenn man erst versicherungsfrei ist und sein Bruttoeinkommen durch eine betriebliche Altersvorsorge senkt. Dadurch könnte man wieder versicherungspflichtig werden bzw. könnte die JAEG unterschrittenw erden, so dass unter dem Strich keine Ersparnis mehr gegeben ist.

Sollten jemand als Arbeitnehmer diese Tatbestände noch nicht erfüllt haben, es aber absehbar ist, dass dies in Kürze geschehehen wird, so ist zu empfehlen, eine Krankenkasse zu wählen, die gute Wahltarife anbietet, so lassen sich im Jahr bis zu 1200 Euro zusätzlich sparen, diese Ersparnis könnte man dann in eine leistungsstarke Krankenzusatzversicherung investieren und sobald die JAEG dreimal überschritten wurde, lässt sich diese Zusatzversicherung ohne neue Gesundheitsprüfung in eine Vollversicherung umwandeln, ohne dass dabei effektiv Mehrkosten entstehen.

Sobald das Einkommen dann dreimal über der JAEG lag, kann problemlos der Wechsel in die Krankenvollversicherung erfolgen, die Krankenzusatzversicherung kann dann problemlos gekündigt werden.

Skandinavien als Vorbild

Das deutsche Gesundheitssystem steht finanziell vor der Pleite und eine Gesundheitsreform jagt die nächste. Reform im Sinne der deutschen gesetzlichen Krankenversicherung heisst im Prinzip immer: Leistungskürzung und Beitragsanhebung.

Schon heute steht den gesetzlichen Krankenkassen pro versichertem Mitglied nur ein Beitrag von etwa 5 Euro im Jahr zur Verfügung, um Gesundheitsvorsorge zu betreiben. Krankenkassen in Deutschland haben insbesondere nach Einführung des Gesundheitsfonds noch weniger Interesse überhaupt aktive und finanzielle aufwändige Vorsorge zu betreiben, denn Krankenkassen erhalte für kranke Personen wesentlich mehr Geld aus dem finanziellen “Topf”  als sie für gesunde Personen erhalten. Weitere Ausgaben für die Gesundheit würden im Umkehrschluss aus Sicht einer einzelnen Krankenkasse dazu führen, dass die zugewiesenen Beiträge weiter sinken würde. Wie absurd.

Das finnische System stand ähnlich vor dem finanziellen Kollaps wie das deutsche, doch dort wurde radikal gehandelt. Das Schlüsselwort heisst “Priorisierung” und hat nun, 3 Jahre nach der Einführung zu einer enormen finanziellen Verbesserung und Kostensenkung geführt. Einhergehend mit einer sogar gesünderen Bevölkerung.

Das Problem am deutschen gesetzlichen Gesundheitssystem ist das, dass ein Großteil des zur Verfügung stehenden Geldes für Personalkosten verwendet werden muss. Das teuerste Personal sind nunmal Ärzte. Insbesondere das Hausarztprinzip der gesetzlichen Krankenkassen verschlimmert diese Problem noch, statt dass es die Kosten senkt.

Da Ärzte von der gesetzlichen Krankenkassen stets eine feste Kopfpauschale erhalten, egal wie oft ein Patient vorstellig wird, ist es nur logisch, dass ein Hausarzt einen Patienten nur all zu gern an einen Facharzt “abschiebt” der ebenfalls seine Pauschale dafür erhält. Normalerweise soll der Haussarzt dies nur in absoluten Notfällen tun, um die höheren Kosten des Facharztes zu sparen, in der Praxis funktioniert dies aber nicht.

In Finnland hingegen ist so etwas gar nicht möglich, denn dort wird die Ressource “Arzt” sehr sparsam eingesetzt. Die Vorarbeit erlediegn Krankenschwestern, die nach einer Checkliste die Prioritäten bei der Vergabe der Arzttermine ermitteln. Was sich auf den ersten Blick für uns Deutsche sehr eigenartig und wenig human anhört, hat auf der anderen Seite für alle Personen Vorteile.

Denn kleine “Erkrankungen”,  für die nicht unbedingt eine teure Behandlung beim Arzt notwendig ist, können ebenfalls von fachlundigem Personal , wie einer Krankenschwester betreut werden. Zudem steht wirklich kranken und bedürftigen Personen wesentlich eher ärztliche Hilfe zur Verfügung, da diese nicht von Personen ausgenutzt wird, bei der die ärztliche Behandlung weniger wichtig gewesen wäre.

Die Ersparnisse durch diese “Priorisierung” der Patienten ist enorm. Das eingesparte Geld wiederum steht der Prophylaxe zur Verfügung. Zudem sparen Vorsorgeuntersuchungen weiteres Geld, da Krankheiten erkannt werden, bevor eine wesentlich teurere Behandlung überhaupt notwendig wird.

Schwächen hat das skandinavische System sicher auch, nur ist es wesentlich transparenter als das deutsche Gesundheitssystem. Zudem bekommen wirklich Kranke und Bedürftige Personen aufgrund der freien Ressourcen schneller eine Behandlung, auch wenn weniger Kranke nun vielleicht länger warten müssen.

Es ist ja nicht so, dass Personen, die krank sind keine Hilfe erhalten, ihnen steht es ja frei, eine Behandlung selbst zu bezahlen. Dadurch, dass in diesem System Geld gespart wird, sinken des weiteren auch die BEiträge zur Krankenversicherung. Mit dem gesparten Geld kann ein jeder privat vorsorgen und sich z.B. über den Abschluss einer Zahnversicherung oder einer Krankenhauszusatzversicherung den zusätzlichen Schutz holen, den er möchte. Wichtig ist, dass die wirklichen Bedürftigen und Kranken besser versorgt sind. Für gesunde Menschen heisst es eben “Selbstinitiative” und Vorsorge. Was beispielsweise bedeutet, frühzeitig einen passenden zusätzlichen Versicherungsschutz zu beantragen.

Das finnische System ist sicherlich besser als das deutsche Gesundheitssystem, denn dieses ist langfristig in keinster Weise finanzierbar. Innerhalb der nächsten 20 Jahre müssten sich bei der derzeitigen demographischen Entwicklung die Beiträge verdoppeln oder eben die Leistungen halbieren, wenn man in seiner jetzigen Form an dem System festhalten wollte. Keine guten Aussichten.